Mittwoch, 28. Juni 2006

adios amigos!

Entonces, muchachos….tanto tiempo sin verme

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Viel Zeit ist vergangen, viel Regen ist gefallen, viele Tornados haben Chinandega heimgesucht, viele Tore sind in Deutschland gefallen und ich hab wie immer viel geschwitzt, hab den Schwarzwald besucht und so was wie die nicaraguanischen Alpen, bin auf einen weiteren Vulkan raufgefahren!, war kurzfristig in Honduras, musste drei Heiratsangebote leider ablehnen (keines der drei war von Simon….), hab wahrscheinlich einen Grenzbeamten bestochen (ob ich jetzt wirklich legal in Nicaragua bin, wird sich herausstellen…), bin auf noch einen Vulkan rauf, buche heute zwei Flüge in die Karibik und muss nur noch 4!!! Tage auf den „muchacho rubio de Austria, quien tiene mucha, mucha suerte porque el es querido por la cosa más preciosa de todo el mundo“ (sich wiederholendes Zitat von Don Alfonso, März-Juni 2006)

Mein abschließendes Resümee – es war sehr schön gewesen! Hab ich hier doch tatsächlich gerade 4 Monate Deutschunterricht hinter mir, meine Studenten sind sogar alle durchgekommen – haben also tatsächlich was gelernt bei mir!
Die Zeit im Nicaland ist wie immer wieder mal wie im Flug vergangen und auch wenn’s anfangs nicht so ausgesehen hat, man gewöhnt sich an alles, sogar an den nicaraguanischen Lebensrhythmus. Und man lernt hier vieles, vor allem Geduld. Ich kann jetzt zum Beispiel stundenlang einfach nur an meiner Tür sitzen und dem Regen zusehen und mir wird dabei nicht langweilig, und das Warten ist mir eine Tugend geworden……warten warten warten, egal ob auf den Bus, auf die Studenten, auf den Strom, auf ein Wunder – ich kann jetzt echt warten. Ach ja, und dass die offizielle Umstellung auf Sommerzeit (hier ja Winterzeit) eigentlich nur von der Hälfte der Bevölkerung angenommen wird ist auch so was…. wenn 50% der Menschen noch in der „hora vieja“ leben, ist das mit der Pünktlichkeit soviel wert wie a „Schaaß im Woid“.

Gelernt hab ich auch, dass ich nicht raus kann aus meinem europäischen Leben. Und man soll gar nicht erst versuchen, ein europäisches Leben mit europäischen Lebenseinstellungen hier in Zentralamerika zu zelebrieren. Daran wird man scheitern, das ist sicher. Die Menschen denken hier anders, völlig anders, aber anscheinend sind sie zufrieden mit dem, was sie denken und kommen auch so halbwegs zurecht mit dem bisschen denken. Man kann das auch an den Ausländern die hier schon seit halben Ewigkeiten leben gut beobachten – die meisten sind unerträglicher als jeder Nica. Trotzdem würde ich es jederzeit wiederversuchen mit dem Leben in Lateinamerika, allerdings mit genügend langen Europapausen (man darf nie vergessen wie und wo der Hase läuft…) und nur noch mit dem richtigen Mann im Gepäck….

Also jetzt Schluss, das war’s. Ich pack meine sieben Sachen und schau mir jetzt mal den Rest von Zentralamerika an. Wir sehen uns dann irgendwann…… und sollte ich irgendwie komisch sein wenn ihr mich vielleicht mal wieder zuhause antrefft, verzeiht – ich habe in Nicaragua gelebt. Soy Chela.

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Sonntag, 28. Mai 2006

Der Ungezieferbekämpfungsmann

Also, sitzt man ahnungslos eines Montag Vormittags in seinem Schaukelstuhl in der Residencia und denkt an nichts böses, da hört man aus der Ferne plötzlich ganz komische Geräusche. Dreht sich um, schaut nach links (arriba), schaut nach rechts (abajo) – nix. Fünf Minuten kommt Doña Coco ganz aufgeregt daher und meint – bla bla bla bla (also auf Spanisch und viel zu schnell und irgendwelche mir völlig unbekannte Wörter) und dass wir aber eh alles drinnen lassen können im Zimmer, weil das eh ganz harmlos ist und wir jetzt nur schnell raus sollen (ja, das auf Spanisch versteh auch ich!). Komisch, denkt sich meinereins, worum gings da wohl im ersten Teil? Aber brav und gehorsam nehm ich meine Bücher und marschiere raus, denk mir aber noch – räum ich mal lieber das herumliegende Zeug noch ein bißl in den Kasten und mach ihn zu.
Ja und dann sammelt sich die Belegschaft der Residencia halt verwundert auf der Straße und denkt sich, wo kommt der komische Lärm bloß her? Aber da biegt er schon um die Ecke – der Mann, der den widerwertigsten Kreaturen unserer ansonsten ja ganz schönen Welt den Kampf angesagt hat. Der Mensch, der ganz Nicaragua vom Abschaum (nein, den Männern hier ist dann doch nix passiert…) befreien soll, der Mensch, der schon den ganzen Morgen einen Höllenlärm macht und durch die Straßen von León zieht – der Ungezieferbekämpfungsmann.

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Ja, jedenfalls hab ich nach wie vor keine Ahnung, mit welchen Dingen da die Häuser und Straßen von León eingenebelt wurden, aber gsund isses sicher net gwesen….. Mein Zimmer hat den ganzen Tag ganz elendig gestunken und ich bin sooo froh (ich danke der guten Erziehung meiner Mutter…..), dass ich bevor ich mein Zimmer verließ noch das Bedürfnis verspürte zusammenzuräumen und den Kasten fest zu verschließen. Meine Sachen hätten diesen grauslichen Gestank wohl nicht so schnell wieder verloren.
Diese Maßnahme zur Kakerlaken und sonst was Bekämpfung wir übrigens vom Staat Nicaragua finanziert. In jede Stadt in jede Straße in jedes Haus kommen diese Männer und gasen alles ein, helfen tuts zwar nix, aber mein Gott, lassen wir den Nicas doch dieses Spektakel…..

Und jetzt regnet es auch ab und zu und das ist herrlich! Vor allem kann man das nach kurzer Beobachtungszeit immer voraussehen, wann es regnen wird. So 2 bis 3 Stunden vor dem Regen wird’s nämlich erst mal ganz ganz unerträglich schwül, dann kommt später mal Donner dazu und viele dunkle Wolken und so ca. 1 Stunde später regnets dann. Und danach – wie herrlich – die Luft ist frischer und kühler und wenn dann auch grad Abend ist dann hat man das große Glück, eine Nacht verbringen zu können, in der man nicht das Bettlaken durchschwitzt.
Nur den Moskitos gefällt das feuchte Wetter halt auch, leider.

PS.: Meine Mama ist die Beste!!!! Danke für die Schokolade!!!!

Montag, 15. Mai 2006

Der Vulkan und ich

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Da ganz oben auf der Spitze - seht ihr mich winken?

Also was macht man in Europa so an einem Sonntag? Allenfalls schläft man den Rausch einer zu langen Samstag Nacht aus und macht sich dann wohl einen gemütlichen Tag.
Was macht man als Tourist in Nicaragua an einem Sonntag? Also wenn man nicht auch genau den Sonntag auf die europäische Art verbringt……..dann steht man um halb fünf Uhr früh auf, steigt in den Bus, fährt zum nächsten Vulkan und klettert rauf. Alles wenn möglich noch vor Mittag, weil man sonst bei lebendigem Leib gegrillt wird.
Geschrieben getan – sind wir drei jungen, fitten, deutschsprachigen Mädls (also 2 Hamburgerinnen und ich) mal sonntags etwas früher aufgestanden und auf den Volcán Telica geklettert. Der ist etwa 1100 Meter hoch und genauso wie mindestens 5 andere Vulkane mal gleich ums Eck von León. Der Vulkan ist noch aktiv – bricht auch alle paar Jahre mal aus – und ist dementsprechend interessant.
Sind wir also nach ca. dreieinhalb Stunden Kletterei endlich am Krater oben angekommen, weit und breit gar nix als versteinerte Lava und sonstiger Geröll und Schutt und Asche. Und dann sieht man in den Krater hinab und das Herz bleibt für einen kurzen Moment lang stehen……. ein unglaublicher Blick. Unten brodelt, dampft und raucht es, der Schwefel stinkt und trägt mit der immer höher steigenden Sonne seinen Teil dazu bei, dass man hier nicht allzu lange verweilen möchte. Obwohl der Ausblick ja überwältigend ist.
Nur das Glühen der Lava konnten wir leider nicht sehen, dazu muss man schon in der Nacht hier heraufkommen, tagsüber ist es leider zu hell.

Jedenfalls mussten wir dann auch wieder runter, ca. drei Stunden und die Sonne stieg immer höher und höher und brannte ganz unbarmherzig. Trotzdem, es war die Mühe Wert – oder besser „vale la pena“. So etwas unglaubliches bekommt man auf einem österreichischen Berg halt dann doch nicht zu sehen.

Montag, 8. Mai 2006

San Juan del Sur

Der 1. Mai ist einer der wenigen Feiertage hier im Nicaland, der tatsächlich auch ein „Freiertag“ ist. Und weil der noch dazu so günstig auf einen Montag gefallen ist, packen wir doch schnell die halbe Residencia ein und fahren wir wohin wo’s schön ist!
Hab dann noch meinen Freitagsunterricht auf eine Woche später verschoben (da gab’s dann bei 40°C im Klassenzimmer 4 Stunden Unterricht und fast einen Kreislaufkollaps dazu…) und ab geht’s – Sommer Sonne Strand und Meer! (also nicht dass das jetzt was neues hier wäre…)

das-fenster-zum-meer

San Juan del Sur ist schon relativ nahe an Costa Rica, merkt man auch sofort wenn man in die kleine Küstenstadt kommt. Überall nur Gringos oder reiche Costa Ricaner, Strandrestaurants die gleich mal für alles das Doppelte verlangen (dafür aber auch freundliche UND aufmerksame Kellner bieten!) und jeder zweite Mensch hier läuft egal ob Tag oder Nacht mit einem Surfbrett unterm Arm durch die Gegend. Ist ganz lustig, aber nicht genau die Art von Erholung, die wir gesucht hatten.
Also am nächsten Tag ein Taxi gechartert und ab an einen schönen, einsamen Strand – Bahia Majagual. Wir kamen, sahen und wollten nicht mehr weg! Ein himmlisches Fleckchen Pazifik plus Strand, eine einfache aber nette Unterkunft, gutes Essen und billige Cocktails, Papageien und Affen,….. alles was man für einen perfekten Kurzurlaub (vom Urlaub…) so braucht. Und erst dieser Sonnenuntergang…..Leute, was kitschigeres gibt’s wohl nimmamehr auf Welt! Also wenn man keinen Sonnenuntergang über dem Pazifik gesehen hat, hat man noch keinen Sonnenuntergang gesehen!
Und der zunehmende Mond taucht als lachender Mund auf und der große Wagen steht am Kopf und sowieso und überhaupt ist der Sternenhimmel hier in Nicaragua ganz lustig (jedenfalls nach einigen pina coladas…..)

Ach ja, meinen ersten lebenden Skorpion durfte, oder vielmehr musste ich hier dann auch sehen. Da gibt’s gar nicht wenige davon ließ ich mir sagen und die sind dann auch richtig giftig und es ist gar nicht lustig, wenn sie stechen, ließ ich mir sagen….

Schön war es in San Juan del Sur. Und war wohl auch der letzte längere Kurzausflug, bevor ich hier dann meine Zelte niederreißen kann und Zentralamerika mit meinem Liebsten unsicher machen werde. Und das ist ja dann eigentlich gar nicht mehr so lange. Bis dahin gibt’s vielleicht noch einige Berichte und Fotos, zum Beispiel von meiner kürzlichen Vulkanbesteigung (inklusive Dampf und Rauch und Schwefel….), mal schauen.

Sonntag, 23. April 2006

Ostern und so

War also Ostern hier in Nicaragua. Und die „Semana Santa“ ist ja hier wohl das wichtigste überhaupt was man sich vorstellen kann. Da hat auch der Geburtstag des Papstes keine Chance……
Ostern bedeutet hier entweder beten bis man wahnsinnig wird, also Tag und Nacht und dabei noch durch die Stadt laufen und wenn möglichst auch noch irgendein ewig schweres Trumm herumschleppen (gibt Bilder, die zeigen was ich meine) – oder Ostern bedeutet hier auch endlich einmal „Sommer“ (weil der Rest hier ist ja nicht Sommer, jetzt zum Beispiel – und das ist kein Scherz – fängt hier der Winter an, obwohl die Temperaturen jenseits der 40°C Grenze klettern), und Sommer bedeutet dann eine Woche am Strand liegen und saufen, saufen, saufen,…..bis man tot ist oder zumindest jegliches Bewusstsein verloren hat. Es wird keinen wundern, dass es in dieser einen Woche so viele Tote und so viele Polizeieinsätze wie sonst gar nie gibt. Muss man gesehen haben, sonst glaubt man’s nicht. Das „gute“ (oder eher scheinheilige…) und das „böse“ (oder eher den Frust ertränkende…) Nicaragua separieren sich in dieser einen Woche vollkommen voneinander.

Hab mir ja beides angekuckt so von der Ferne. Am Karfreitag werden hier auf den Straßen wunderschöne kunstvolle Bilder aus Sägespänen auf die Straße gezaubert (Bilder gibt’s da auch davon), wo dann in der Nacht der dicke Pfarrer drüberlatschen darf (und sonst niemand!). Und die Straßen werden bunt geschmückt und jeder der irgendwie genug Geld hat stellt eine kitschige Heiligenfigur vor seine Tür. Unglaubliches Schauspiel das alles, aber auch wirklich schön.

so sieht's am Strand in der Semana Santa aus....
alles-kreucht-und-fleucht-am-strand-

....und so sieht's hier normalerweise aus
und-das-hier-der-normale-strandbetrieb

Und am Karsamstag bin ich dann zum Strand rausgefahren und hab mir die andere Seite angeschaut. Der Strand ist ja sonst eigentlich immer menschenleer, sogar an den Wochenenden ist man immer so gut wie ungestört (was einfach herrlich ist…..nur du – der Pazifik – die Sonne…..könnt nicht schöner sein). Aber in der Osterwoche alles gerammelt voll. Überall Nicaraguaner, mit Rum und Bier in Unmengen bewaffnet, lümmeln am Strand und saufen. Sogar Rettungsschwimmer!!! werden extra für diese Tage abkommandiert! Man glaubt das alles kaum, wenn man den Strand normalerweise kennt und dann das sieht.

Ja so war das mit Ostern hier. Und jetzt ist alles wieder normal, falls man Nicaragua als normal bezeichnen will. Die Hitze verwandelt sich hier gerade in ein unerträgliches tropisches Gefängnis (gut, ich übertreibe…..). Tagsüber über 40°C und eine Schwüle, dass man am liebsten die Dusche gar nicht mehr verlassen möchte. Nachtsüber auch nicht viel weniger heiß, vielleicht 35°C und eine Schwüle, dass man am liebsten die Dusche gar nicht mehr verlassen möchte…..Sogar die Einheimischen kämpfen mit den Konditionen hier und die Ausländer, die prackts nach der Reihe um. Kreislauf, Durchfall, Speiben, Kopfweh…..in der Residencia fühlt man sich gerade wie in einem Quarantänelager für kranke Ausländer.
Aber am lustigsten finde ich einfach, dass jetzt der Winter kommt! Nach einer Woche Sommer, nämlich der Semana Santa, kommt jetzt tatsächlich der Winter. Und Winter ist hier unerträgliche Schwüle mit einem kurzen Regenschauer pro Tag. Das mit dem Regen dürfte dann in 2 Wochen soweit sein, jetzt sind wir wohl grad im „Herbst“.

Gut, ich krieg schon wieder Kopfweh vom denken und die nächste Dusche ist fällig….Wünscht mir Regen!

Samstag, 15. April 2006

que linda, linda es nicaragua……

sagt ein altes Volkslied und sage auch ich. wobei hier eine kleine Übersetzung wohl notwendig ist – „linda“ ist in diesem Fall keine Frau, sondern heißt soviel wie „schön“ und der Rest dürfte wohl klar sein. (Für die Extrem-Schlauberger: wie schön, schön ist Nicaragua….)

Hab ich also meine Osterferien mit einem kleinen Ausflug auf die Isla Ometepe begonnen und bin jetzt traurig, weil der Ausflug viel zu kurz war. Ein unglaubliches Eiland inmitten des großen Nicaragua-Sees (wenn mich nicht alles täuscht, der 2.größte Süßwassersee der Welt?), scheint wie eine andere Welt im ärmsten Land Mittelamerikas, bevölkert von freundlichen Insulanern und dem üblichen Häufchen Rucksacklern.

Die Insel besteht außerdem eigentlich nur aus 2 Vulkanen, dem größeren Concepción (der seit einigen Monaten brodelt und wegen diesem vor einigen Monaten auch die Insel evakuiert wurde….jedenfalls mussten alle Touristen runter, die Einheimischen kriegst du ja auch bei einem Ausbruch nicht von der Insel) und dem kleineren Maderas (auf den ich auch raufgekraxelt bin und der nicht mehr aktiv ist). Und Vulkankraxeln ist hier wohl das allercoolste was man machen kann und werd ich demnächst wiederholen, auf einen unserer unzähligen Hausvulkane hier in León.

concepci-n-in-voller-pracht

Jedenfalls war es unglaublich schön auf Ometepe und ich könnt hier tausend und eine Geschichte von den Erlebnissen dieser paar Tage erzählen. Will ich aber hier und jetzt gar nicht. Vielleicht später. Seht euch mal die Fotos an und schreibt mir, wenn ihr Fragen dazu habt. Ich kann nur sagen, wow. Nicaragua is a Wahnsinn.

neue Fotos gibts übrigens auch!

Mittwoch, 5. April 2006

Halleluja – mir ist kalt!

mit diesem wunderbaren Gefühl ging ich vergangenen Samstag schlafen und es war herrlich! Nach fast 6 Wochen ununterbrochener unglaublicher sich permanent steigender Mörderhitze war diese angenehme Kälte so unbeschreiblich schön…..ach.
Jedenfalls –wo ist es kalt in Nicaragua? Sicherlich nicht in León werdet ihr jetzt gleich sagen (oder ich sag’s einfach für euch…). Und ja genau, stimmt, nicht in León war mir kalt dieses vergangene Wochenende, sondern weiter im Norden, im Naturreservat Miraflor, dass ca. auf einer Höhe von 1400m liegt und ein wenig an die österreichischen Berge erinnert (ein wenig, ok, da dringt wohl so was wie Glorifizierung der wunderschönen angenehm temperierten Heimat durch….)

Jedenfalls war das echt schön dort. Und den Ausflug könnte man schon fast als WG-Trip bezeichnen – 7 Residencialerinnen und Stefanie brachen Samstag früh um 4.30!!! auf, um sich in den Norden vorzuwagen. Übrigens gibt es neue Mitbewohnerinnen – 2 deutsche Medizinstudentinnen, die hier ein Praktikum machen.
Das Problem war halt auch, dass unser guter Don Alfonso nicht wachzukriegen war und wir deshalb fast über den Zaun klettern mussten, um rauszukommen aus der Residencia (wäre für einige nicht das erste Mal – wer zu spät heimkommt hat immer Schwierigkeiten den Pförtner wachzukriegen….)
Ok, das Aufstehen war eine Qual, die Belohnung später hat das aber alles gerechtfertigt. Nach 3 Stunden Busfahrt waren wir zuerst in Estelí, der Stadt der Cowboys und Zigarrenroller, von wo aus man wiederum mit dem Bus in den Naturpark Miraflor fährt. Es geht halt permanent bergauf, deshalb dauerte die Hinfahrt immer fast doppelt so lange wie die Rückfahrt (zur Rückfahrt – ca. 90 Leute in einem gelben Ami-Schulbus, der wohl so für 40-50 Leute konzipiert ist – ein Abenteuer sondergleichen, trotzdem ziemlich unbequem)

Miraflor – die Alpen Nicaraguas. Kühe auf den Weiden, alles grün, Berge, wandern, Blumen,….schöööön. Und die angenehme Kühle, die sich dann in der Abenddämmerung einschleicht und bis zur Mittagszeit durchhält, herrlich! Und in der Nach hat es sogar kurz ein bisschen geregnet, und am Morgen waren Tautropfen auf den Bananenstauden! Unglaublich, wie einem die kleinen unbedeutenden Dinge des Lebens solche Freude bereiten können.

Und heute – León, Sonne, heiß, schwül, schwitzen. Alles beim Alten. Aber nur noch eine Woche und dann ist Semana Santa, was für mich soviel heißt, wie eine Woche keine Studenten sehen müssen und endlich ab auf die Isla Ometepe! Palmen, Strand, See (der große mitten in Nicaragua) und vielleicht endlich auf einen Vulkan und so. Ich freu mich!
Aber bis dahin noch eine weitere offizielle Uni-Feier (der neue Rektor tritt an und ich kann deswegen am Mittwoch meinen Unterricht ausfallen lassen…..wie schade) und das erste Zwischenexamen meines 2A-Kurses. Bin gespannt.

Den Studenten wünsche ich schöne Osterferien und dem arbeitenden Volk dann wenigstens erholsame Feiertage. Und wenn doch alle frei haben…..ihr dürft mir wirklich ab und zu was schreiben, würd mich gar nicht stören……

neue Bilder gibt’s auch! --> siehe Link Elfi in León

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Mittwoch, 29. März 2006

Ich stelle vor - Meine Ersatz-WG...

... in der Residencia Sn Felipe besteht aus einem vorwiegend deutschsprachigen Gemenge, bestehend aus 4 Österreichern (ich inklusive), 3 Deutschen, 1 Spanierin (die aber selten da ist) und 2 Nicaraguanern, wobei der 1 fließend deutsch spricht.

MeikeGut. Fangen wir mit unserem Lieblingsnachbarn an.
Aus dem hohen Norden Hamburgs in unsere kleine, überhitzte Kommune gestoßen – Meike, geborene Friesin mit rudimentär vorhandenem Plattdeutschem Akzent. Und sie ist so wie ich hier Praktikantin und hält Deutschkurse ab.

Mattse Bild-043– eigentlich Matthias. Geborenen Hamburger und hier der jüngste in der Runde, sozusagen das WG-Baby. Macht hier so was wie seinen Auslandszivi und arbeitet bei verschiedenen Hilfsprojekten mit. Jetzt allerdings wurde er offiziell zum Co-Trainer der Uni-Damenfußballmannschaft und macht deshalb sonst nix mehr jetzt.
Und aus dem ein bisschen niedriger gelegenen hohen Norden, aus Bremen – Murat, Bild-036auch maldito Murato….Murat fühlt sich als Türke, ist aber durch und durch vollkommen deutsch. Da er aber noch im Besitz des türkischen Passes ist, muss er hier mehr fürs Visum zahlen und wünscht sich nun doch lieber einen deutschen Pass. Und als Veganer tut er sich nicht leicht mit den einheimischen „Fleischfressern“.

Die Österreicherrrrrrrrrrrinnen – Claudia, Sabine und Tanja Bild-007Bild-042Bild-041– aus Salzburg entsandt um hier zu studieren die spanische Sprache. Nur funktioniert das im Moment halt nicht so, weil’s grade keinen Kurs gibt und bis wieder einer auf die Beine gestellt wird, ja das kann hier in diesem wunderbaren Land länger dauern.
Jedenfalls sind wir „Schluchtenscheisser“ stets darum bemüht, unsere österreichische Sprache hier auch den Einheimischen schmackhaft zu machen. Javiero (der Schlüsselwächter…) weiß mit „Servas“, „Griaß di“, „Pfiat di“ immerhin schon mehr anzufangen, als unsere deutschen Sprachverwandten……

Dann noch Ephrain und Bismarck, Bild-061Bild-012die nicaraguanischen Kollegen mit Sondergenehmigung. Beide studieren hier in León und vor allem – singen im hiesigen Universitätschor, weshalb sie als die ersten Nicaraguaner wohl überhaupt auch hier residieren dürfen. Beide sind von relativ weit woanders, deshalb die spezielle Ausnahme.
Man könnte meinen, die beiden sind eine gute Gelegenheit um spanisch zu lernen. Ist leider falsch, da Bismarck immer deutsch redet, und das nahezu perfekt. (nahezu in nicaraguanischem Sinne….aber schon echt gut). Und Ephrain der brave Mensch ist selten da, der ist hauptsächlich auf der Uni und studiert.

Und eine Spanierin ist auch noch da, Laia. Allerdings glaub ich nicht mehr lange, ein Monat oder so. Und sie ist auch immer unterwegs irgendwo mit irgendwelchen Leuten, wahrscheinlich auch Spaniern. Keine Ahnung, da weiß ich wenig. Außer dass sie hier irgendwas mit Theater macht.

Gut. Und Don Alfonso und Javiero sind unsere Schlüsselwächter. Und Doña Coco und Doña Martha schauen hier nach dem Rechten. Das war’s.


Und kommendes Wochenende soll’s hier endlich mal wieder raus gehen, gen Norden, wo es kalt ist (25°C). Ich freu mich…….

Ach ja, noch ein kleines bildliches Highlight: Die neue Kathedrale in Managua, oder wie sie auch liebevoll genannt wird: „Die Eier des Papstes“…. man möge sehen und dann verstehen…. (und sich seinen Teil dazu denken)
Bild-194

Elf iN icaragua 2006

23. Februar bis ???

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